Über LaLeLu / Presse

WEIHNACHTEN MAL GANZ ANDERS

La Le Lu war Rühmans berühmtes Wiegenlied. Alles andere als einschläfernd war die Show der gleichnamigen Comedygruppe in Lichtenfels.



Lichtenfels – Ja, es ist bald Weihnachten. Mit einer bunten Mischung aus A-cappella-Gesang und schriller Comedy nahm die Gruppe LaLeLu aus Hamburg das Fest der Feste unter die Lupe und rockte das Stadtschloss mit einer gesanglichen Meisterleistung. Musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau, ohne auch nur ein einziges Instrument zu gebrauchen.
Zwischen Pop, Klassik und allseits bekannten Weihnachtsmelodien spielten sie ihre bizarren Alltagsgeschichten rund um das große Fest.
Als rasender Biker mit sozialem Anstrich rief Jan Melzer zur Bescherung: Die Taschen seiner Lederjacke voll mit Geschenken für Bedürftige. Mal war er Rapper undWeihnachtsbaumverkäufer, mal Udo Lindenberg, mal Schmalzlocke Julio Iglesias, der im Schatten seines berühmten Sohnes steht, und von der Weihnachtseinsamkeit heimgesucht wird. Auch als Weihnachtsmann war er unschlagbar schräg, als er sang: „Der Weihnachtsmann ist müde, er will nach Hause geh‘n, die ganzen Kinder, die kann er nicht mehr seh‘n…“ Und dann hatte er als Papa noch vergessen, den Katzenkalender für Oma zu besorgen. Der Supergau stand bevor. „In Amerika versucht man schon Männer zu züchten, die von sich aus Katzenkalender kaufen“, tröstet Jan Melzer.
Sören Sieg, Komponist, Texter und Arrangeur der Gruppe, gab imWeihnachtsmusical „Kumpel Jesus“ als Xavier Naidoo den Esel, Sarah Connor die Maria, Kurt Beck den Josef und Daniel Küblböck den Jesus. Eine kleine Nebenrolle als Teufel bekam Karel Gott. Unschlagbar brachte sich Sören jedoch als Reinhard Mey ins Programm ein. Mit unverwechselbarer Mimik und Luftgitarre, Gesang und Texten à la Reinhard, vorgestellt bei „Deutschland sucht den Superstar“. Ob als Moderator Dieter Bohlen bei DSDS oder bei anderen Stimmimitationen, sein russischer Bass bildete das Fundament der Truppe und trieb das Publikum in Lachkrämpfe.
Auch das Beziehungsthema ist an Weihnachten ein Fass ohne Boden, was das Quartett geschickt aufgriff. Während SIE schon im August Vorbereitungen trifft und frohen Herzens Geschenke für ihren Liebsten kauft, ist Weihnachten für IHN der pure Horror.Wie findet er für SIE die perfekte Überraschung, das perfekte Geschenk? Ganz einfach. Er lädt seine Familie ein. Und SIE ist weg: Last Christmas!!! „Last Christmas“, der ultimative Christmas-Song musste herhalten… In den Hauptrollen Jan Melzer und Multitalent Sanna Nymann.
Ob als einkaufswütige SIE oder als den Nikolaus verführender Weihnachtsengel mit französischem Akzent. Sanna hat die Allroundstimme und war auf jeden Fall der Hingucker, bei dem alle Männerherzen dahinschmelzen. „SexiestWeihnachtsengel alive“ sozusagen.
In der „Weihnachtsmetzgerei“ ging‘s dagegen richtig besinnlich zu. Das Schweinchen quiekte noch mal, bevor das große Messer kommt. Das Publikum kreischte. Jan Melzer wünscht „Guten Appetit!“ Und im Pflegeheim gab‘s zu Weihnachten Zimt in Haferschleim. Draußen fror ein Gartenzwerg, reimte sich auf Sonneberg. Und auf Oberfranken? „Papa säuft, die Kinder zanken…Weihnachten in Oberfranken“.
Frohe Mär verkündet die Truppe auch in ihrem „Weihnachtsoratorium für gemischten Chor von Kurt Beck in fünf Sätzen“. In festlicher Kleidung und feierlichem Gesang die schrägsten Texte. Hoffnungsträger Westerwelle oder Rösler werden durch den Kakao gezogen und auch Steinmeier geht tierisch auf die Eier. Mein GottWalter!
Keine Frage. Mit ihrer Stilmischung aus Gesang und Comedy eroberten die vier Künstler aus dem hohen Norden die Herzen im Sturm. Über zwei Stunden erstklassige Unterhaltung waren das, bevor die Truppe im voll besetzten Saal als kleines Schmankerl noch ihr „Schlagermedley“ der letzten hundert Jahre zum Besten gab.
(Von Gerdi Gründel)


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