QUIETSCHEN VOR LACHEN
NEUE WESTFÄLISCHE ZEITUNG, 23.05.06
A-cappella-Comedy mit "LaLeLu" im Theaterlabor
Bielefeld. Es wäre nicht schlimm gewesen, wenn das, was Sören Sieg am Ende der Show androhte, wahr geworden wäre: Die Aufführung würde noch die ganze Nacht ohne Pause weitergehen, die Türen seien bereits verschlossen, um Ausreißer festzuhalten. Morgens würde das Rote Kreuz aber Decken, vegetarisches Gulasch und warmes Bier zum Aufwärmen vorbeibringen.
Wahrscheinlich hätte das Publikum sich auch nach einer ganzen Nacht der "10 Jahre LaLeLu Show" noch vor Lachen gebogen. Die Mischung, die das Quartett präsentiert, kommt mehr als gut an: perfekte Stimmen, gepaart mit schauspielerischem Talent und vielen gelungenen Parodien, die direkt ins Schwarze treffen. Die Imitationen und Parodien beziehen sich entweder auf Personen (meist Musiker) oder auf sprichwörtliche Charakteristika von Volksgruppen: Köstlich war die Darstellung eines Russen von Tobias Hanf - genau wie die des typischen Franzosen, den Sören Sieg imitierte.
Aber auch bei Stimm- und Gestikimitationen von Julio und Enrique Iglesias oder Udo Lindenberg blieb kein Auge trocken. Und als Tobias Hanf dann noch in die Rolle eines Uni-Professors die "Metaphorik bei Maffay" untersuchte, quietschte das Publikum vor Lachen. Dafür liebt es LaLeLu: Während man sich noch vor Lachen den Bauch hält, kommt schon die nächste Pointe, und die ist garantiert nicht schlechter.
Auch ohne Comedy-Einlagen wäre es ein schöner Abend geworden: Der Gesang der Hamburger war nämlich nicht nur lustig, sondern auch lupenrein.