Über LaLeLu / Presse

"LALELU" WANDELTE AUF FREIERSFÜSSEN
Westfälische Rundschau, 05.11.2007
Lüdenscheid: (MS) "Mohrrübe?", Rohkostfan Sören Sieg, in der schrägen a-capella-Oper "Nimm mich!" der Hamburger Gesangskomiker "LaLeLu" als kleinwüchisger Single-Club-Kellner zu erleben, sieht die Chance seines Lebens gekommen.

Die Braut, die er begehrt, sitzt ihm weinend gegenüber, überfordert vom schönsten Tag des Lebens, hin und her gerissen zwischen Ja und Nein. Tendenz: Daumen nach unten, alles aus und vorbei. Kellner Sören Sieg, nicht dumm, spendet Trost mit der Mohrrübe. Gemeinsam knabbern beide ins Mikrofon – und kommen sich näher. Am Ende kriegt der kleine Kellner die große Braut und verweist seine Konkurrenten – den Macho, der zur Anmache einen Ratgeber braucht, und den reichen Hanseatensohn in Torschlusspanik – auf die Ränge, Mohrrübe sei Dank!
Auf Freiersfüßen wandelten am Freitagabend im nahezu vollbesetzten Kulturhaus die Herren der a-capella-Gruppe „LaLeLu“ – Tobias Hanf (Bass), Jan Melzer (Bariton) und Sören Sieg (Tenor) - , die Sopranistin Sonja Wilts mit kernigen Macho-Sprüchen, Diamanten und Mohrrübe umgarnten. Produzenten, Komponisten, Autoren, Hauptdarsteller, Sänger, Tänzer, Chor und Orchester in einer Person, nahm das beliebte Gesangsquartett sich selbst und das Heiraten in seinem achten Programm „Nimm mich! Die Hochzeitsoper!“ (Regie: Lukas Langhoff) auf die Schippe.
Fast alle Songs kamen aus der Feder von Sören Sieg, der am Ende der lachende Dritte im Wettrennen um die Hand der schönen Blondine war. „Letztendlich können Sie die Braut jetzt küssen!“, hieß es da. Frenetischen Applaus erhielten die singenden Komiker, die sich am Freitag von einer neuen Seite zeigten, für ihre schräge Katastrophen-Hochzeit, bei der der vorm Altar Sitzengelassene zu „Ganz in Weiß“ die Pistole zückte und Porno-Bernd alias Tobias Hanf im fernen Swaziland die Lösung all seiner Probleme fand.
„Wir haben den Ehrgeiz, jetzt jedes Mal etwas völlig Neues in unseren Programmen vorzustellen.“, erläuterte Jan Melzer im anschließenden Gespräch. „Wir können ja nicht immer das Gleiche bringen, das wäre ja langweilig!“ In ausgefeilten Arrangements nahmen die Hanseaten den schönsten Tag im Leben unter die Lupe. Amüsantes Rollenspiel gesellte sich zu präzisem Satzgesang.
Schräge, heiratswütige Charaktere, die sich den Mann/die Frau fürs Leben ersehnten, erweckten Tobias Hanf, Jan Melzer, Sören Sieg und Sonja Wilts mit Charme, Biss und einer gehörigen Portion Selbstironie zum Leben.
Im Single-Club unter Lampion-Schein begann der launige a-capella-Spaß, der gänzlich ohne Orchester auskam, um orchestralen Sound auf die Bühne zu zaubern. Mit der eigenen Größe haderte Tenor Sören Sieg selbstironisch, als er klagte: „Welche Frau will schon so’n kleinen Mann, mit dem sie sich nirgends blicken lassen kann?“ Tobias Hanf, dessen warme, tragende Bassstimme trefflich zur Geltung kam, ließ sich als Porno-Bernd durch nichts in seinem Selbstbewusstsein erschüttern. Jan Melzer, der bei Nicht-Heirat sein Millionen-Erbe dahinschwinden sah, ließ Geldscheine springen und umgarnte Sonja mit Baritonstimme. Klasse seine Rocknummer! Schwindelerregende Tonhöhen steuerte Sonja Wilts an, sie sich vom Geld blenden ließ und am Ende heiratete. „Soll ich verraten, wer das Drehbuch geschrieben hat?“ dazu belustigt Sören Sieg.

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