LALELU ÜBERZEUGTE MIT A-CAPELLA-COMEDY
FLENSBURGER TAGEBLATT, 06.02.07
Bei ihrer „Hochzeitsshow“ schlüpften die Sänger von „LaLeLu“ in die unterschiedlichsten Rollen und gewannen die Gunst des Schafflunder Publikums mit komödiantischen Darbietungen.
Schafflund/rmw – Der Ortskulturring Schafflund präsentierte mit seiner dritten Veranstaltung im Schafflunder Schulzentrum erneut ein hochkarätiges Programm. Das Publikum in der ausverkauften Aula war gespannt auf die Aufführung von „Nimm mich – Die Hochzeitsshow“ der Gruppe „LaLeLu“, denn die inzwischen sehr bekannte Gesangsgruppe aus Hamburg hatte für ihr neues Programm nicht nur gute Kritiken erhalten.
Die anfänglichen Erwartungen des Publikums erfüllte das Gesangsquartett nicht, denn es bot keine Parodien auf Schlagerbarden oder eigenwillige Interpretationen bekannter Kompositionen. Stattdessen präsentierte „LaLeLu“ schauspielernde Sänger, die in unterschiedlichsten Rollen schlüpften. Es wurde reichlich A-Capella-Comedy in einer Rahmenhandlung rund um das Thema „Hochzeit“ geboten. Viele Aspekte des Themas wurden beleuchtet, ob das nun eine hysterisch singende und spielende Braut (Sonja Wilts, Sopran) war, der zu klein geratene Kellner (Sören Sieg, Tenor), den keine wollte, oder der hanseatische Kaufmannssohn (Jan Melzer, Bariton), der aus Erbgründen heiraten wollte. Auch Tobias Hanf (Bass) schlüpfte in verschiedene Rollen und überzeugte als cooler Fahrlehrer ebenso wie als Pastor. Das Schauspiel wurde dabei ebenso professionell dargeboten wie die Sangeskunst.
Es war schon bravourös, wie es das Quartett schaffte, mit nur vier Gesangsstimmen ein ganzes Orchester erklingen zu lassen. Die Musik ging dabei quer durch die Epochen, es gab polyphone Sätze à la Bach und Rock’n’Roll, wie er in den 50-er Jahren modern war. Die Flower-Power-Zeit („Hair“) war ebenso vertreten wie afrikanische Rhythmen.
Auch der in unseren Breiten verbreitete Brauch, zu bekannten Melodien auf ein Brautpaar neue Texte zu dichten, wurde in das Stück mit eingebaut. „Die Vogelhochzeit“ wurde frivol umgetextet, selbst Gäste aus dem Publikum wurden nicht verschont. Sonja Wilts lief dabei zu einer derartigen Höchstform auf, dass sie schließlich von ihren Mitsängern von der Bühne getragen wurde, um größere „Peinlichkeiten“ zu verhindern. Da war schließlich auch das Publikum restlos überzeugt. Nach einer Pause sangen und groovten alle mit und die Künstler von „LaLeLu“ zeigte sich hoch erfreut.
Ilse Petersen, Vorsitzende des Ortskulturringes, wies darauf hin, dass die Einschreibung für die Karten der nächsten Saison am 30. März ab 18:30 Uhr in einem Raum der Schule möglich sei. Bei einem derart hochkarätigen Programm, wie es in dieser Saison in Schafflund bisher geboten wurde, wird es sicher wieder einen enormen Andrang auf die Karten geben. Verdientermaßen.
Ralf Michael Weiner.
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