Über LaLeLu / Presse

IN DER "WEIHNACHTSMETZGEREI"

Mit einer Mischung aus Gesang, Slapstick und politischer Persiflage brachte die Gruppe "LaLeLu" ihre Zuschauer zum Lachen. Das "heilige Fest" garnierte sie mit tollen A-Cappella-Melodien und vielen krummen Sprüchen.
Bocholter Report, 7.12.2009



 

BOCHOLT Die Gruppe „LaLeLu“ scheint sich im Münsterland auszukennen. Zumindest, was das Weihnachtsfest angeht. „Papa ist voll bis an den Rand – Weihnachten im Münsterland“ witzelten die Sänger auf der Bühne Pepperoni herum. Da aber Weihnachten zugleich das Fest der erfüllbaren Wünsche – und damit auch der Musikwünsche – ist, sangen sich die Leute im St.-Josef-Gymnasium fast die Seele aus dem Leib. Mit Erfolg: Am Ende des hinreißenden Auftritts stand das Publikum, das bei Titeln wie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ (nach der Melodie von „Marmor, Stein und Eisen“) begeistert mitgemacht hatte, auf und klatschte im Stehen.
 
Das „heilige Fest“ garniert mit tollen A-Cappella-Melodien und vielen krummen Sprüchen: So fällt „Weihnachten mit LaLeLu“ aus. Dabei bewies das Quartett eine große Vielseitigkeit und entzündete ein Bühnenfeuerwerk, das den Besucher jederzeit in Atem hielt. Viele Gesänge waren „gegen den Strich“. Wie der George-Michael-Hit „Last Christmas“, der zu einem Lied über das allweihnachtliche Beziehungsdesaster ausartete. Denn Weihnachten sei für manche Paare das, was der „Vesuv für Pompeji“ bedeute, glaubt „LaLeLu“.
 
Bei ihrer Odyssee durch den Kontakt-Friedhof machte die Gruppe auch vor der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik nicht Halt. Mit dem Lied „Weihnachten in der DDR“ führte der Unterfunktionär Hans-Herbert Töpel (Originalzitat: „Weihnachtsmann, geh’ Du voran!“) zu einem Weihnachtsparteitag der SED, bei dem es so viele Handschläge und Bruderküsse gab, dass sich die morschen politischen Balken nur so bogen. Dann gab es atheistische Weihnachtsgesänge und – wieder im vermeintlichen Westen angekommen – eine stimmungsfrohe Hymne auf die Fleischfress-Orgien zu Weihnachten.
 
Den leicht abgewandelten Text „In der Weihnachts-Metzgerei“ sangen die Besucher laut mit. Nach dem frechen Puppentheater „Hau Drauf“ ging es dem Weihnachtsmann, den die Gruppe stammesgeschichtlich zwischen einem „Yeti und Osterhasen“ ansiedelte, an die Wäsche. Dazu passte der Rocker Thorsten Percy Schultz wie die Faust aufs Auge. Und auch die Luftgitarren des jeansbewehrten Reinhard Mey, den Sören Sieg in der Show „Deutschland sucht den Nikolaus“ auftreten ließ, waren vom Feinsten.
 
Nach der Pause – kaum war Knecht Ruprecht mit Gefolge durch die Reihen gezogen – wurde die Stimmung sogar noch ausgelassener. Die Choreografien bestachen ebenso wie die Stimmen-Imitationen und Parodien, die Tobias Hanf blitzschnell wechseln konnte. Mit sonorer Stimme fragte Hanf den Weihnachtsmann, ob nicht jemand ein Gedicht aufsagen wolle.
 
Wie selbstverständlich kam LaLeLu-Fan Ulla Schwanenberg auf die Bühne und reimte ein Weihnachtsgedicht. Es galt dem Weihnachtsmann, der beim Falsch-Parken ein Knöllchen mit der Aufschrift „Frohes Fest“ bekommen hatte. Da stammelte der sichtlich gerührte LaLeLu-Weihnachtsmann: „Woher weiß die nur, dass ich heute ein Strafmandat erhalten habe!“
 
Kurz: Die Mischung aus Gesang, Slapstick und politischer Persiflage begeisterte und ist ein weihnachtliches Muss für jeden Kabarettfan. Michael Stukowski
 

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