Über LaLeLu / Presse

HEIRATE NIE OHNE EHEVERTRAG
KREISZEITUNG SYKE, 26.02.07
LaLeLu bereitete Vergnügen pur

Syke: Zwei Barhocker, ein paar bunte Ballons und eine Hand voll Luftschlangen – vor dem wohl sparsamsten Bühnenbild der Theatersaison präsentierte sich am Sonntagabend eine der besten A-capella-Gruppen Deutschlands im Syker Theater: LaLeLu.
 
LaLeLu, das sind ohne jede Übertreibung, meisterhafte Arrangements, perfekt vorgetragen von vier der schönsten Stimmen Norddeutschlands. Das sind intelligente Texte, verbunden mit einer witzigen Rahmenhandlung. Derart unterhaltend, dass die Gäste höchst amüsiert und zufrieden der umwerfenden Show folgten und mit Szenenapplaus nicht geizten.
JFK hatte die Künstler zum zweiten Mal für Syke verpflichtet.
„Nimm mich!“ heißt die Hochzeits-Show der Gesangskomiker aus Hamburg. Vor dem Hintergrund der Story balzten drei Männer um die Gunst einer Blondine. Der coole Fahrlehrer „Porno“-Bernd, dann ein reicher Hanseatensohn, der binnen zweier Wochen verheiratet sein muss, damit sein Erbe nicht seinem Bruder zufällt, und der Kellner des Single-Clubs, in dem alles beginnt. Alle baggern die schrille Blondine Sonja an, die sich nicht entscheiden kann, wem sie denn letztendlich das Ja-Wort geben soll.
Der super-scharfe „Porno“-Bernd (Bass Tobias Hanf) macht Sonja auf seine Art den Hof: Mit Muskelshirt, Weste, Jeans in Cowboystiefeln, Sonnenbrille und modischem Haarstyling baggert er „die heiße Maus“ an, die keinen Bock auf den überdrehten Idioten hat. Klasse, wie Hanf den Part des dreisten Machos übernimmt.
Für Sonja (Sopranistin Sonja Wilts) ist da eher der vermögende Hanseat (Bariton Jan Melzer) ein Kandidat. Der hat schließlich Abitur, `nen Porsche und Geld wie Heu. Melzer spielt den smarten Snob glaubhaft.
Sonja meint, ja sagen zu müssen. Aber da bringt sich noch der Single-Club Kellner in Erinnerung. Das Multitalent Sören Sieg (Tenor, Komponist, Texter und Arrangeur) ist schlichtweg hinreißend. „Klar, dass ich allein bin, weil ich zu klein bin“, singt er voller trauriger Inbrunst.
Zum Brüllen komisch sind die drei Herren als Großvater, Onkel und Vater von Jan. In Mönchskutten reden sie dem Bräutigam ins Gewissen: „Heirate nie ohne Ehevertrag! Schließ möglichst viel vom Zugewinn aus!“ Und das in form einer dreistimmigen barocken Fuge.
Doch am Ende kommt alles anders: Sonja gibt ihrem Bräutigam kurz vor der Trauung den Laufpass und nimmt den kleinen Kellner.
Der Hanseat singt Roy Blacks „Ganz in Weiß“, bevor er völlig austickt und die Knarre zieht.
Doch „Porno“-Bernd outet sich als äußerst belesener Philosoph, rettet die Situation – und dem frischen Liebespaar das Leben.
Der Hanseat zeigt Einsicht, verzichtet auf die Hochzeit und Erbe, greift stattdessen zur aufblasbaren Gitarre und imitiert ein furioses Solo.
Das hochbegabte, stimmlich erstklassig ausgebildete Quartett bot einen spitzenmäßig unterhaltsamen Abend.
Die Künstler bereiteten dem begeisterten Publikum mit Charme und einer gehörigen Portion Ironie Vergnügen pur. Von: Ilse-Marie Voges.

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