Über LaLeLu / Presse

ESSEN SIE NIE MEHR, ALS SIE TRAGEN KÖNNEN

Delmenhorster Kreisblatt

05.09.2010



Delmenhorst. „Ein guter Tag für den Adler ist kein guter Tag für das Huhn. Und manchmal bist du das Huhn.“ Erfrischende Lebensweisheiten hat die A-cappella-Gruppe „LaLeLu“ aus Hamburg in einer Vorpremiere ihres neuen Programms „Pech im Unglück“ präsentiert.

Das Quartett – Tobias Hanf, Sanna Nyman, Sören Sieg und Jan Melzer – sang im ausverkauften Kleinen Haus vor einem begeisterten Publikum, das an einigen Stellen mitklatschte und am Ende dreimal stehenden Applaus lieferte. Dass die Zuschauer zuvor durch den Umbau des Kleinen Hauses nur sehr langsam in den Zuschauersaal gekommen waren, dämpfte ihre Begeisterung kaum.

Zuletzt applaudierten die Künstler ihrem Publikum. Zuvor aber sangen sie davon, was den Menschen unglücklich machen kann. Da ist zum Beispiel Jürgen. Er versucht mit allen Mitteln, seinen Pitbull als netten, ungefährlichen Hund darzustellen, wird aber beim Singen immer wieder von seinem aggressiv bellenden und knurrenden Vierbeiner von der Bühne gerissen. Da ist auch noch „Bernie der Burner“, der die englische Sprache liebt, sich als erfolgreichen Geschäftsmann darstellt, als Schwarm aller Frauen – und am Ende auf Denglisch zugeben muss, dass er von „Hartz Four“ lebt.

Bei ihrer Tour durch die Widrigkeiten des menschlichen Daseins streifte „LaLeLu“ Jazzballade, Hip-Hop, Oper, Gospel, Grunge und viele andere Musikstile und demonstrierte beeindruckende A-cappella-Fähigkeiten. Jan Melzer ahmte unter anderem eine E-Gitarre nach.

Mit fast schon sakralem Unterton sangen „LaLeLu“ gegen Ende von „praktischen Tipps, mit denen Sie zuhause arbeiten können“: „Essen Sie nie mehr, als Sie tragen können“ etwa – oder, unter der Rubrik „kleine Begebenheit“: „Fährt der Bauer übers Eichhörnchen, ist es platt zugleich.“

Doch was macht nach all den Sorgen und Nöten eigentlich glücklich? Nun, „LaLeLu“ meint: Liebe, Lesen, Laufen, das Meer, Singen. Und eine Menge mehr.
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