Über LaLeLu / Presse

COMEDY, A-CAPELLA, UND EINE GESCHICHTE MIT TIEFGANG
LINGENER TAGESPOST, 24.03.2007
LaLeLu im Kulturforum St. Michael

Lingen: Da hat der Fachdienst Kultur aber ein super goldenes Händchen bewiesen und eine echte Perle ins Kulturforum St. Michael geholt: LaLeLu mit ihrer Show „Nimm mich – die Hochzeitsoper“. Was die Hamburger da abbrennen, ist ein tolles Feuerwerk einer Mischung … ja, woraus eigentlich?
LaLeLu: Das ist zunächst einmal A-cappella-Gesang der absoluten Spitzenklasse. Es ist aber auch Comedy vom Allerfeinsten und … keine platte Geschichte, mit der man ja leider in letzter Zeit immer mehr überhäuft wird. LaLeLu bietet unglaublich viel Tiefgang, Hintersinn. Dabei können sie hoffnungslos klischeehaft und kitschig, aber gleich wieder unverfroren frech und bissig sein.
Die Show in der Regie von Lukas Langhoff beschreibt die Suche dreier Männer nach einer Frau fürs Leben. Tobias Hanf mit einem begnadeten tiefschwarzen Bass gibt den schmierigen Obermacho. Jan melzer, ein runder und gestaltungsfähiger Bariton, ist der stinkreiche Sohn, der unbedingt heiraten muss, soll sein Erbe nicht flöten gehen. Sören Sieg, der für die meisten Songs und Arrangements verantwortlich zeichnet, ein toller Countertenor, macht den verklemmten und zu kleinen Kellner. Und, Besonderheit in einer A-cappella-Truppe, die Sopranistin – mit klarer und umfangreicher Stimme Sonja Wilts als naiv-hysterische Blondine.
Alle sind exzellente Sänger, die auch eben mal ein komplettes Orchester ersetzen. Dieses Können gibt ihnen die Möglichkeit, so locker und mit Tempo auf der Bühne zu agieren. Die Truppe schreckt vor nichts zurück. Alles, wirklich alles, wird durch den Wolf gedreht. Man erinnere nur an die „sehr frivole“ Version der Vogelhochzeit, gut, dass keine Kinder im Saal waren. Dabei greifen sie auf alles zurück, was der Korb der Stilrichtungen hergibt.
Vom Rap und Jazz über Oper oder dreistimmigen Fugensatz im Stil von Bach: Sie haben alles drauf, und das nicht etwas billig, sondern wirklich mit größtem Können. Das war auch dem Publikum, leider nicht so zahlreich erschienen, dafür umso begeisterter klar, und es holte sich mit Ovationen einen großen Zugabeblock.
LaLeLu müssen sehr schnell wieder nach Lingen kommen. Und wer sie dann verpasst … ja, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Zurück