Über LaLeLu / Presse

BUSENGLOTZER HABEN ETWAS TRAGISCHES

DIE OBERBADISCHE, 16.02.07
LaLeLu erobern mit ihrer hoch musikalischen Hochzeitsshow den Burghof



Lörrach: „Nimm mich!“ hieß am Mittwochabend im Burghof die schräge Hochzeitsshow um den zu kurz gekommenen Kellner, den Proll, den Schnösel – und natürlich die Tussi!
Die Kerle brachen es – also sie – aber haben gemäß ihrem jeweiligen Typus völlig verschiedene Strategien, um zu Potte zu kommen: Bei seiner Auftrittsarie, dem Busensong, erklärt der Kellner seinen persönlichen Stil: „Natürlich hab’ ich auch Gelüste, doch ich starre nicht auf Brüste. Ich lass’ mich nur inspirieren von Formen, die vibrieren. Ich stiere nicht wie ein Prolet, nein, ich studiere als Poet.“ Der Prolet – der Cowboystiefel tragende Fahrlehrer Porno-Bernd – will am liebsten gleich zur Sache kommen: „Hier im Single-Treff brennt gleiche das Dach, denn hier kommt der Chef, ich leg die Schnitten flach.“
Doch da kommt ihm noch der schmierige Sohn reicher Eltern in die Quere, der nur als Ehemann sein Erbe einstreicht: „Ich brauch dringend eine, noch ledig und allein!“
So nimmt also das Werben seinen Lauf, und als erster scheidet Porno-Bernd aus, der mit Sprüchen wie „Ich bin der Mann, der’s dir macht. Ich nehm’ dich ran Tag und Nacht! Nicht landet. Der Schnösel weiß, was Frauen wünschen: Geld! Und kriegt die Blondine nach längerem Gesäusel mit funkelnden Hochzeitsringen rum. Sie sagt: „Ja“.
Da der Kellner jedoch im Nebenberuf Komponist und Drehbuchschreiber des Stückes ist, ist die Geschichte hier noch nicht zu Ende. Am Ende fallen sich der kurze Sören – eine Mischung aus Charly Brwon, Wigald Boning und Herbert Feuerstein – und das lange Luder Sonja – die ostfrisische Antwort auf Anna Netrebko – in die Arme. Oder vielmehr: Sie essen im Moment der größten Verzweiflung gemeinsam Trost-Möhrchen aus des Kellners Brotdose, nachdem sie vor dem Traualtar mit dem Schnösel als Zukünftigem doch Gewissensbisse bekommen hatte und die Hochzeit platzen ließ.
Sonja Wilts, Sören Sieg, Jan Melzer und Tobias Hanf sind als „LaLeLu“ eine gebildete und lustige Truppe, die die Zuschauer das ganze a-capella-Musical hindurch bestens unterhält. Die Qualität der Texte und vor allem die astreine Musik – ob in Form von Renaissance-Polyphonie, Mozart-Opern-Klängen, Swing, Hardrock oder reinem a-capella-Pop – ist einzigartig. Wichtige Arbeit leistete am Mischpult Robert Schroeter, der den Sound „rund“ machte und die intelligenten Lichteffekte steuerte. Das Publikum johlte, klatschte, tanzte.

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