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Weserkurierkolumne "Die sieben sächsischen Plagen"

Was Sie auf einer Elbe-Radtour im Juli erwartet – Schönen Sonntag!
Manche besteigen ohne Sauerstoffmaske den Nanga Parbat. Andere durchqueren barfuß die Sahara. Darüber lachen wir nur. Wir waren Fahrradfahren in Sachsen!
1.Tag: Decin – Königstein. 30°. Keine Badestelle. Lina hat die Sonnenbrille zuhause vergessen. Abends Fußballspiel vorm Hotel. Lukas wird von fünf Mücken gestochen und muss im Hotelzimmer der Kinder auf einer wackeligen Zusatzliege schlafen. Beim Frühstück fader Beuteltee.
2. Tag: Königstein – Pirna. 32°. Wir kaufen Lina eine Sonnenbrille. Keine Badestelle. Lukas wird von 12 Mücken gestochen. Nachts bricht seine Zusatzliege zusammen. Der Frühstücksbeuteltee ist lauwarm.
3. Tag: Pirna - Dresden. 36°. Lina vermisst ihre Sonnenbrille. Ich weigere mich, eine neue zu kaufen. Beim Versuch, in der Elbe zu baden, treibt Leo ab und kann erst nach einem Kilometer wieder eingefangen werden. Lukas wird von einem Mückenschwarm verfolgt. Der Beuteltee kommt aus einer Kaffeethermoskanne.
4. Tag: Dresden - Meißen. 39°. Wir fahren um acht los, um der Hitze zu entgehen. Lina kneift die Augen zusammen. Ich kaufe ihr entnervt die dritte Sonnenbrille. Lukas bekommt Autan. Das lockt noch mehr Mücken an. Ich halte mich eng bei ihm, dann stechen sie mich nicht. Leo muss auf die Zusatzliege. Sie bricht umgehend zusammen. Der kalte Frühstücksbeuteltee riecht nach Abwaschwasser.
5.Tag: Meißen – Mühlberg. Wir fahren um sieben los. Um 7:10 sind es 44°. Um zehn merkt Lina, dass sie ihre Sonnenbrille im Hotel vergessen hat. Ich fahre den ganzen Weg zurück. Lukas wird von vier Mückenschwärmen begleitet. Wir treffen erstmals auf ein Schwimmbad. Es ist wegen Hitze geschlossen. Ich muss auf die Zusatzliege. Sie hält, aber nur wenn ich sitze. Als die Frühstückskellnerin mir Beuteltee bringt, brülle ich sie fünf Minuten lang an.
6.Tag: Mühlberg – Torgau. Wir fahren um sechs los. Bei 60°. Lukas ist in seinem Mückenschwarm nicht mehr zu sehen. Ich kaufe Lina zehn Sonnenbrillen, die sie in der nächsten Eisdiele liegen lässt. Zur Strafe muss sie auf die Zusatzliege. Ich zwinge den Hotelbesitzer mit Waffengewalt, den eigenen Frühstücksbeuteltee zu trinken.
7.Tag: Torgau – Wittenberg. 100°. Die Fahrradhelme schmelzen am Kopf fest. Lukas hat sich in eine Mücke verwandelt. Ich eröffne das erste Schwimmbad in Sachsen und werde Milliardär, spende aber alles an die FDP, die daraufhin Beuteltee, Zusatzliegen und Radtouren verbieten lässt. In diesem Sinne: Schönen Resturlaub!

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