Nachdem wir letzten Monat in milder Sorge zerflossen sind, ist es jetzt endlich Zeit für echten ungewaschenen, rohen Zorn. Herrlich!
(Erdnussbanker)
Begründung der Jury:
Boah! Alter Verwalter! Was für eine Eitelkeitsbombe! Herrschaftszeiten!
„Es wäre eine Schande, wenn die Deutsche Bank sich unter den staatlichen Schutzschirm begeben müßte!“ Heititeiti... „sicherlich gibt es schwächere Banken, für die der Schutzschirm nützlich ist“ Aloha!
Hey, Ackibaby, alles fit? Mein lieber Schwan, ist Ihnen das letzte Stückchen Schweizer Schokolade ins Hirn gerutscht?
Welch eine Freude, dieser Tage zu hören, daß sogar die gute alte halbstaatliche Post bei Eurem Laden einsteigen muß, um Euch zu stabilisieren. Feinfein. Die WELT schreibt heute (15. Februar 2009): „Seit gestern backt auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kleinere Brötchen. Die globale Finanzkrise ist auch beim Branchenprimus angekommen, ...“ Und nun müssen Sie gestehen: „Die Krise hat einige Schwachstellen in unserer Bank aufgedeckt.“
Na, ist das nicht ein Paradebeispiel von GRUNDLOS eitel?
Wer die Klappe weit aufreißt, muß damit rechnen, sich den Kiefer auszurenken.
Aber nicht nur Sie, Herr Ackermann, bekommen eine POMADE von uns. Nein, lauter kleine Baby-POMADEN gehen an all die vielen Banker in der ganzen, großen Welt, die geglaubt haben, daß sie unverwundbar sind. So als eine Art Asterix und Obelix mit Geld-Zaubertrank.
Ihr habt geglaubt, daß kein Geld auf Dauer immer mehr Geld erzeugt... hüstel...
Ehrlich, wir sind schon in den tiefen Achzigen in der Sendung „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“ vor dem Schneeballprinzip gewarnt worden:
Wenn zwei Leute einem je 50 Euro geben, hat der dann Hundert. Wenn die dann sich auch jeweils von 2 Leuten Hundert geben lassen, haben die das Geld mit 100 % Gewinn wieder drin. Diese 4 Leute müssen sich dann das Geld von 8 Leuten holen.
Und so weiter...
Und irgendwann finden all die Leute keine neuen Dummen mehr, die daran glauben, das Geld wieder rauszukriegen, und dann sind die Letzten die Dummen und bleiben auf ihren Ausgaben sitzen.
Genau das ist passiert.
Und das habt Ihr nicht mitgekriegt, liebe Banker?!
Oder bewußt ignoriert, weil es ja nur den erwischt, der als Letzter in der Kette sitzt?!
Also mit einer klitzekleinen, gierigen Bösartigkeit den kommenden Absturz hingenommen?!
Ach was, Bösartigkeit wäre ja noch irgendwie eine Leistung...
Stattdessen traf Euch der Zusammenbruch komplett unvorbereitet, weil jeder gehofft hat, es würde den Anderen erwischen.
Und – ups - plötzlich war Euer ganzer, schöner Schneeball so derartig vernetzt, daß es doch alle erwischt hat...
Naja, versagen kann jeder, aber es geht hier um Eitelkeit. Also:
Liebe Ökonomen,
laßt bitte in Zukunft die arroganten Sprüche über den Staat, der ja angeblich von Wirtschaft keine Ahnung hat und nicht so viel regulieren und kontrollieren soll.
Es war regelrecht niedlich, wie schnell all die Großsprecher in der Wirtschaft wie kuschelige kleine Küken unter das warme Daunenkleid von Mama Staat geschlüpft sind.
Bitte, merkt Euch das wenigstens ein bißchen für die Zukunft. Bitte!
Laßt diese arrogante Eitelkeit.
Denn der Staat, das sind die Bürger, Steuerzahler, Eure Kunden! Die kaufen Eure Autos, Anleihen, Medikamente! Von denen kommt Euer Geld!
Und ein bißchen „Der Kunde ist König“ könnten wir wohl wieder gebrauchen.
Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und die Erdnüsse
LaLeLu