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Eitler des Monats April 2009

Der diesmonatliche (tolles Wort) Preisträger ist eigentlich ein Kandidat für die Platin-Pomade für’s Lebenswerk... Da wir aber in den letzten Wochen oft sonntags nachts von Konzerten nach Hause fuhren, haben wir diese perlende Eitelkeit hautnah erleben dürfen:
(NDR-Info, sonntäglich 0:05 bis 2:00):

Paul Baskerville

... ein in Deutschland arbeitender britischer Journalist und Radiomoderator.
(Wikipedia-Eintrag (wahrscheinlich von ihm selbst))

Begründung der Jury:

Kennt Ihr den? Habt Ihr das jemals genossen? Bei uns im Bandbus ist jedes Mal Redeverbot und das Radio auf Anschlag, wenn Mister Baskerville anhebt zu sprechen.
Ich muß noch einmal Wikipedia zitieren (Der Eintrag ist garantiert von ihm selbst):
„Seine Sendungen fielen zunächst durch seinen damals (1982) noch stark ausgeprägten britischen Akzent auf...“
...äh
WIE BITTE?
Wie heftig muß denn sein Akzent damals gewesen sein?!! Denn noch heute fügt er sich in eine nahtlose Reihe eitler Akzent-Hoschies ein, wie Howard Carpendale, Rudi Carrell, Heinrich Pumpernickel, Jürgen Klinsmann...
Mit diesem Akzent kann man Butter schneiden!
Weiter Wikipedia (Wenn das nicht von ihm selbst ist, fresse ich ein After Eight):
„...insbesondere jedoch durch seine sehr persönliche Art der Moderation, in denen er eigene Erlebnisse und Gefühle zu den Stücken äußerte, sowie interessante Anmerkungen und Hintergrundinformationen lieferte. Hinzu kam der typisch britische Humor.“
Wat ham wa jelacht...
Hoffentlich war das damals (1982) besser...
Denn was er heute in seinem schwuchteligen britischen Akzent von sich gibt ist reinste, unverfälschte und ursprünglichste heiße Luft. Deswegen auch GRUNDLOS eitel...
Ein typischer Baskerville-Satz (heftigster britischer Akzent):
„Einigen ist vielleicht schon aufgefallen, daß ich diese Platte bereits vor 7 Jahren einmal gespielt habe. Damals war die Band „The fucking Radio-DJs“ (Name beliebig) unter der Leitung des Bassisten Barry Rubbish noch mehr so elektrisch unterwegs und hat mit der Sängerin Bubsi Pelubsi maßgeblich die Elektropunkszene von Manchester-Nord beeinflusst. Ich bin mir nicht sicher, wie groß der Einfluss von Bubsi Pelubsi war, wo doch der Bassist Barry Rubbish alle Songs und Lyrics geschrieben hat, sowie für die Bühnenshow und die Bühnenklamotten verantwortlich war. Das erinnert mich an eine Szene aus dem Jahre 1999, die ein bischen peinlich für mich war. Ich kam damals in die Backstage und fragte Bubsi Pelubsi, ob sie noch mit ihrer Beziehung zum Gitarristen Jonathan Sucker glücklich sei. Leider hatten sie sich gerade eine Woche zuvor getrennt und Sucker hatte sich vergiftet. Das war sehr witzig. Ich spiele jetzt den Titel „Love kills“ aus dem damaligen Album „Sorry Jonathan“ aus Anlass des Todestages von Sucker, der viele Elektropunkjazzer in Celle und Goslar maßgeblich beeinflusst hat und die Band „Mundhorst“ bewegt hat, ganz auf einen Gitarristen zu verzichten.“
Na?
Irgendwas verstanden?
Diese Moderationen sind wahre Kunstwerke der Eitelkeit. Erstaunlich in welche Backstages Paul Baskerville dauernd reinspaziert, mit wem er dauernd quasselt und was er alles Unwichtiges weiß (meist mit Bezug auf sich selbst). Über die Musik erfährt man überhaupt nichts. Die Informationen sind ein qequirlter Mix aus uninteressanten aber hocheitlen Anekdoten aus Baskervilles Leben und noch uninteressanteren Namen komplett unwichtiger Nebenmusiker unbekannter Bands.
Dazu kommt noch die unfassbar schlechte und zu recht vergessene, bzw. nicht beachtete „Musik“.
Wenn Baskerville diesen Krach ernsthaft zu hause selber genießt und damit nicht nur seine Eitelkeit als unbequemer Musikjournalist cremt, Hut ab.
Wo genau sein berühmter britischer Humor bei diesen von selbstbeweihräucherndem Pathos getränkten Moderationen ist, bleibt uns verschlossen.

Paul Baskerville, bitte unbedingt weitermachen, wir sind Deine treuesten Hörer!
LaLeLu

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